Neobiota Berlin 2020 Bericht - nicht-einheimische Arten in Berliner Gewässern

Dr. Christian Wolter, Fisch- und Fließgewässerökologe am IGB, untersuchte im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz die Artenzusammensetzung von Berliner Gewässern, mit dem Ziel herauszufinden, ob und wie sehr sie von nicht-einheimischen, womöglich invasiven Arten besiedelt sind. Seine Ergebnisse: es sind mehrere gut etablierte nicht-einheimische Arten zu beobachten, die nicht mehr verschwinden werden, und die es einzudämmen gilt. Hierzu empfiehlt sich u.A. das Publikum auf die ökologischen Gefahren hinzuweisen, die mit dem Aussetzen von Aquarienbewohnern verbunden sind. Was heißt das für einheimische Fische und Krebse? Der Rückgang von einheimischen Fischen ist ganz überwiegend anderen Ursachen zuzuordnen, wie dem Verbauungsgrad und die Strukturarmut der Ufer sowie die Wasserqualität, trotzdem ist das Vorkommen von konkurrierenden nicht-einheimischen Arten ein zusätzliches Hindernis zu ihrer Bestandserholung. Bei den Krebsen allerdings gibt es die direkte Gefahr der Übertragung von Amphibien-pathogenen Pilzen an z.B. Frösche sowie der beobachtete Rückgang von manchen Pflanzen, die wiederrum für andere Fischarten ein wichtiger Lebensraum sind.