Vertical Wetlands

Begrünte Spundwände als ökologische Potentialflächen an Innerstädtischen Wasserwegen

Förderhinweis

Das Vorhaben „Vertical Wetlands - Begrünte Spundwände als ökologische Potentialflächen an innerstädtischen Wasserwegen“ (Projektlaufzeit: 04/2021 bis 07/2023) wird im Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE) gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Berlin (Förderkennzeichen 1341-B5-O).

                  

Hintergrund

Stahlspundwände sind ein weit verbreiteter Ufertyp an Berliner Wasserstraßen. Sie sind so konzipiert, dass sie bei der Verbauung und im Unterhalt möglichst wenig Aufwand verursachen, das Ufer senkrecht stabilisieren und so eine maximale Fahrwasserbreite und Ufernutzung ermöglichen. Aus ökologischer Sicht jedoch ist das Ablösen von naturnahen Uferstrukturen bzw. der natürlich vorhandenen Flachwasserzone durch senkrechte, glatte und harte Spundwände oder Mauern problematisch, da das Gewässer dadurch zu einem quasi toten Korridor wird. Zudem heizen sich die exponierten dunklen Stahlwände an heißen, sonnigen Tagen mitunter sehr stark auf und leiten die Wärme in das Wasser. Je höher die Wassertemperatur, desto weniger gelösten Sauerstoff bindet es, was zu Problemen für aquatische Organismen führt. Urbane Fließgewässer bieten überwiegend monotone, wenig strukturierte und deshalb nur suboptimale Lebensbedingungen und sind aufgrund dessen auch Ausbreitungshindernisse z.B. für Wanderfische. Die Lebensgemeinschaft urbaner Fließgewässer wird deshalb von anspruchslosen, ubiquitären Arten dominiert. Hauptdefizite sind das Fehlen von Flachwasserzonen, variablen Fließgeschwindigkeiten und Substraten. Darüber hinaus bieten Ufer- und Wasserpflanzen zahlreichen Wirbellosen, Fischen und Amphibien Besiedelungs- und Schutzstrukturen, Nahrungsrefugien sowie Laichplätze und Brutaufwuchsgebiete. Pflanzen produzieren zudem Sauerstoff. Grundlage dafür ist ein Untergrund, auf dem Pflanzen wachsen können, in einer Wassertiefe die das Sonnenlicht durchdringt. Eine senkrechte Stahlspundwand leistet dies alles nicht. Ein Rückbau senkrechter Uferverbauungen zu natürlichen Flachwasserzonen ist an innerstädtischen Wasserstraßen nur sehr selten umsetzbar. Wie kann man auch an innerstädtischen, stark verbauten Gewässern eine ökologische Verbesserung erzielen? Wie kann man an streng reglementierten Wasserstraßen ökologische Trittsteine schaffen um Biodiversität strategisch zu unterstützen? Die Kilometerlangen Spundwände bieten eine immense, bis jetzt ungenutzte, Potentialfläche im ökologischen Sinn.

  

Bepflanzungskasten Beispiel

Das durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderte Projekt Vertical Wetlands ist aus der Idee entstanden, dieses Potential zu nutzen und die Spundwände mit vertikaler Begrünung zu versehen. Hierfür sollen Uferbepflanzungskästen entwickelt und erprobt werden.

Projektziel

Ziel des Vorhabens „Vertical Wetlands – Begrünte Spundwände als ökologische Potentialflächen an Innerstädtischen Wasserwegen“ ist die pilothafte Umsetzung und wissenschaftliche Begleitung von Spundwandbegrünung durch Vertical Wetlands an innerstädtischen Gewässerabschnitten. Zentraler Inhalt des Projektes ist es, die Gestaltung und Bepflanzung der Module zu entwickeln und zu erproben sowie die klimatische und ökologische Wirksamkeit der Maßnahme zu bewerten, auch im Vergleich mit anderen innerstädtischen Uferstrukturen bzw. mit anderen Bauweisen für ökologische Ersatzstrukturen.

Insbesondere gilt es

  • Bepflanzungsmodule zu entwickeln, die die spezifischen Anforderungen der Anbringung an Wasserstraßen erfüllen,
  • Bepflanzungsmodule so zu gestalten, dass sie auf dem geringen, zur Verfügung stehenden Raum einen möglichst positiven Beitrag zur Biodiversität leisten können,
  • den ökologischen Effekt der Bepflanzungskästen zu bewerten,
  • und den Abkühlungseffekt an den Spundwänden zu bemessen.

In Kooperation mit: 

Projektförderung

Das Vorhaben „Vertical Wetlands – Begrünte Spundwände als ökologische Potentialflächen an Innerstädtischen Wasserwegen“ (Projektlaufzeit: 04/2021 bis 07/2023) wird im Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE) gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Berlin (Förderkennzeichen 1341-B5-0).